Es konnte ja nicht anders kommen. Nach zwei Monaten selbsterteiltem "Fahrverbot" hat sich der Bewegungsdrang durchgesetzt. Gestern also habe ich ein lang erträumtes Projekt verwirklicht: Die Umrundung der Stubaier mit dem Rennrad über Brenner, Jaufenpass, Timmelsjoch und Kühtai.
Der Start war zu Hause kurz vor 6 Uhr, um die gesamte Tageslänge zur Verfügung zu haben. Das erste Teilstück über den Brenner war schon etwas entmutigend: Ich komme schwer in den Tritt, die gewohnte Leichtigkeit fehlt mir, ein bisschen Zweifel an der Realisierbarkeit der Vorhabens kommen auf. Die Abfahrt nach Sterzing macht jedoch Spaß (obwohl ich in aller Regel keine große Freude am Abfahren habe) und am Beginn des Jaufenpasses beginne ich, mich wohl zu fühlen. Ich lasse meine Beine treten und die Gedanken frei. Kurz unterhalb der Passhöhe wache ich auf, ein Radler neben mir hat mich angesprochen und fragt mich nach meinen Zielen für heute. Etwas zögernd gebe ich meinen Plan bekannt, ernte dafür Anerkennung, die mich in meinem Vorhaben bestärkt. Ein paar Schlucke gesalzenes Apfelschorle (bäh!), ein Obstriegel und hinunter geht's nach St. Leonhard. Auf der Abfahrt erinnere ich mich an meine Fahrt über den Jaufen zwei Monate zuvor, die mangels Verpflegung unerwartet schwer geworden war. Heute soll es besser gehen.
In St. Leonhard empfängt mich Hitze, aber diesmal kann ich dank der zwei Trinkflaschen besser damit umgehen. Das nun bevorstehende Timmelsjoch hat meinen vollen Respekt, zumal ich es noch nicht kenne. Die Steigungsprozente in Kombination mit der Länge sind auch für Pässeradler nicht alltäglich. Mit diesem Wissen lasse ich es langsam angehen und gewinne stetig an Höhe, unterbrochen nur vom Nachfüllen der Trinkflaschen. Das Panorama drängt mich nicht, schneller zu fahren, es gibt genug zu sehen. Trotz des makellosen Wetters sind relativ wenig Radler unterwegs, ich werde weder überholt noch überhole ich. Kurz unterhalb des ca. 500 m langen, unbeleuchteten Tunnels packe ich die Lampen aus, die ich extra für dieses Teilstück in der Satteltasche mitführe, dann ist die Passhöhe auch schon in Greifweite. Gegen 14 Uhr bin ich oben, hier wimmelt es geradezu vor Radlern, die offenbar von der Ötztaler Seite heraufgefahren sind.
Mit Ausnahme der kurzen Gegensteigung vor der Mautstelle folgt nun eine etwa 50 km lange Abfahrt durchs Ötztal, bis in Ötz der Abzweig Richtung Kühtai kommt. Noch einen Riegel reinschieben (von schmecken kann in dem Moment keine Rede sein, liegt aber nicht am Riegel) und dann gehts gleich mit einer ordentlichen Steigung in den letzten Anstieg. Diese Seite des Kühtai ist mir noch unbekannt, wenn auch ich von den 16% Steigung weiß. Nur mühsam steigt der Höhenmesser, kurz vor Ochsengarten muss der letzte Riegel dran glauben. Dann ausgerechnet in der Rampe wird eine neue Galerie gebaut und die Straße ist nicht asphaltiert. Mehr als einmal bin ich kurz vorm Umfallen, weil mir bei der geringen Geschwindigkeit das Hinterrad durchdreht. Dann schließlich kommt der untere Stausee, schließlich die Passhöhe in Sichtweite und mir wird klar, dass ich es geschafft habe.
Die Abfahrt vom Kühtai, gut bekannt von vielen Touren, fahre ich "auswendig". Nach Kematen beginnt die Übelkeit, die mich am letzten Abschnitt begleitet hat, nachzulassen und ich beginne, über das Abendessen nachzudenken. In Innsbruck schließlich habe ich den Rundkurs "geschlossen", der Heimweg findet wieder im Halbschlaf statt.
Es wäre gelogen zu sagen, dass es einfach war, aber auch nicht so schwierig, dass ich in irgendeinem Moment an Aufgeben gedacht hätte. Der härteste Teilabschnitt war natürlich das Kühtai am Schluss, die Abfahrt vielleicht noch mehr als der Anstieg. Ein bisschen besser trainiert (die Gesamtkilometerleistung in diesem Jahr liegt noch unter 2500km), dann hätte es auch am Ende noch mehr Spaß gemacht.
Ohne Unterstützung (weder Fahrzeug noch Rennradkollege) war für mich die einzige denkbare Art, diese Tour zu fahren. "free solo & unsupported" heißt, dass ich während der Fahrt auf keinerlei Unterstützung (weder Windschatten noch Verpflegung oder Material) zurückgreifen konnte, lediglich die Brunnen am Wegesrand dienten zum Auffüllen der Trinkflaschen. Eine eher unübliche Variante, das Autarkiebestreben ist unter Rennradfahrern leider wenig ausgeprägt.
Zu den Daten: knapp 240km, ca. 5500 Hm, 13 Std. Fahrzeit
Was ich dabei hatte: 10 Obstriegel, 1 Liter Apfelsaft mit Salz und Zucker (zum Verdünnen mit Wasser); Ärmlinge, Beinlinge, Windjacke; Reserveschlauch, Flickzeug, Reifenheber, Pumpe; Handy.
Was mir gefehlt hat: Kamera
Was zuviel war: Beinlinge, Ärmlinge (Temperaturen zwischen 10°C am Timmelsjoch und 30°C in St. Leonhard)
Mittwoch, 22. Juli 2009
Samstag, 23. Mai 2009
Sarntaler Runde (Brenner-Penser Joch-Jaufenpass-Brenner)
Die wiedergewonnene Freiheit des Automobils gibt mir die Möglichkeit: Morgens um 7 Uhr parke ich am Brenner und lasse mich erst mal durch das eiskalte Etschtal bis Sterzing hinunter rollen. Die ersten Höhenmeter zum Penser Joch bringen dann die ersehnte Wärme und ich genieße den Tanz bis zur Passhöhe. Nach anderthalb Stunden Anstieg folgt die vorsichtige Abfahrt ins Sarntal, erste Rennradler kommen mir entgegen. Immer heißer wird es auf dem Weg nach Bozen und die Suche nach Brunnen zum Auffüllen der Trinkflasche beginnt.
Kurz vor Bozen nerven die unzähligen, zwar kurzen, aber unbeleuchteten Tunnel in Verbindung mit dem regen Verkehr. Die Abzweigung nach Meran ist bald gefunden, eine Wasserstelle hingegen immer noch nicht. Zwischen Bozen und Meran wird die Hitze nun unangenehm und ein bisschen Orientierungssinn ist gefragt, um nicht unversehens auf der Autobahn zu landen.
Schließlich, der richtige Weg gefunden und die Wasserflasche an einer Tankstelle aufgefüllt, gehts weiter nach St. Leonhard. Die Hitze macht das Fahren mühsam, die Leichtigkeit des ersten Passanstieges ist vorbei. Im Passeiertal mehrt sich die Zahl der Brunnen am Wegesrand glücklicherweise, dennoch kostet mich der Jaufenpass viel Mühe. Auf etwa 1800 m, kurz unter der Passhöhe, zwingt mich Schwindel zum Absteigen. Nach einer knappen Stunde, die ich halb sitzend, halb liegend in der Serpentine verbringen, habe ich mich soweit erholt, dass ich langsam, aber stetig das letzte Stück des Anstieges bewältige.
Die Abfahrt vom Jaufenpass kann ich schon wieder ein bisschen genießen, vor allem aber, weil ich weiß, jetzt liegt nur noch der Schlussanstieg zum Brenner vor mir. Die letzten 450 Höhenmeter ziehen sich, aber dann, nach gut 9,5 Stunden Fahrzeit sehe ich mein Auto wieder.
Insgesamt eine eindruckvolle, landschaftlich sehr abwechslungsreiche Tour, wenn man vom flachen Teilstück zwischen Bozen und Meran absieht.
Zu den Daten: 184 km, ca. 4200 Hm, 9:35 Fahrzeit.
Was ich dabei hatte: Trinkflasche 0,5l Wasser, Windjacke, Ärmlinge
Was gefehlt hat: ESSEN und die 2. Trinkflasche, um die "trockenen Streckenabschnitte" besser zu überbrücken.

Kurz vor Bozen nerven die unzähligen, zwar kurzen, aber unbeleuchteten Tunnel in Verbindung mit dem regen Verkehr. Die Abzweigung nach Meran ist bald gefunden, eine Wasserstelle hingegen immer noch nicht. Zwischen Bozen und Meran wird die Hitze nun unangenehm und ein bisschen Orientierungssinn ist gefragt, um nicht unversehens auf der Autobahn zu landen.
Schließlich, der richtige Weg gefunden und die Wasserflasche an einer Tankstelle aufgefüllt, gehts weiter nach St. Leonhard. Die Hitze macht das Fahren mühsam, die Leichtigkeit des ersten Passanstieges ist vorbei. Im Passeiertal mehrt sich die Zahl der Brunnen am Wegesrand glücklicherweise, dennoch kostet mich der Jaufenpass viel Mühe. Auf etwa 1800 m, kurz unter der Passhöhe, zwingt mich Schwindel zum Absteigen. Nach einer knappen Stunde, die ich halb sitzend, halb liegend in der Serpentine verbringen, habe ich mich soweit erholt, dass ich langsam, aber stetig das letzte Stück des Anstieges bewältige.
Die Abfahrt vom Jaufenpass kann ich schon wieder ein bisschen genießen, vor allem aber, weil ich weiß, jetzt liegt nur noch der Schlussanstieg zum Brenner vor mir. Die letzten 450 Höhenmeter ziehen sich, aber dann, nach gut 9,5 Stunden Fahrzeit sehe ich mein Auto wieder.
Insgesamt eine eindruckvolle, landschaftlich sehr abwechslungsreiche Tour, wenn man vom flachen Teilstück zwischen Bozen und Meran absieht.
Zu den Daten: 184 km, ca. 4200 Hm, 9:35 Fahrzeit.
Was ich dabei hatte: Trinkflasche 0,5l Wasser, Windjacke, Ärmlinge
Was gefehlt hat: ESSEN und die 2. Trinkflasche, um die "trockenen Streckenabschnitte" besser zu überbrücken.
Montag, 11. Mai 2009
Kühtai
Ein freier Vormittag will genutzt werden, also fahre ich die Schneegrenze zu erkunden. Auf wohlbekannten Wegen, aber dieses Jahr zum ersten Mal geht's über Kematen ins Sellraintal. Bis Gries bin ich warmgefahren, die anschließende Rampe ist trotzdem immer wieder beeindruckend. Ist der Rhythmus aber erst mal gefunden, liegt die Kreuzlehn schnell hinter mir und bald schon zeigt sich Haggen. Erst zwei Wochen zuvor war dies der Ausgangspunkt für eine Skitour auf den Zwieselbacher Rosskogel.Kurz darauf werden schon die Lawinengalerien unterhalb der Passhöhe sichtbar. Wegen Bauarbeiten in diesem Bereich wurde ein Ampelschaltung eingerichtet, noch mehr stört allerdings das geschotterte Teilstück unterhalb der ersten Galerie, das ich nur mit Vorsicht und etwas flauem Gefühl befahre. Nach fast 10.000 km pannenfreiem Rennradeln habe ich keine Lust auf Reifenflicken. Alles geht gut und nach etwa 1:50 h ab Kematen ist der höchste Punkt der Straße erreicht. Ein Blick zum Finstertaler Stausee (Photo) zeigt, dass eine Fortsetzung der Tour heute noch nicht möglich ist.
Zu den Daten: 80 km, ca. 1700 Hm, knapp 4 h Fahrzeit.
Sonntag, 3. Mai 2009
Innsbruck-Jaufenpass-Innsbruck
Die Sonne lockt, der Schnee schmilzt, ein neues Ziel ist fällig: Für heute habe ich den Jaufenpass auserkoren, so nah (naja), und doch noch unbekannt. Nach einem gemütlichen Frühstück und Zusammensuchen der Ausrüstung (warum dauert das eigentlich immer so lang??) fahre ich kurz vor Mittag los. Über Innsbruck ist der Brenner schnell erreicht, die Temperaturen sind schon angenehm. Ab Sterzing erobere ich mir Neuland mit dem Rennrad. Die Steigung ist sanft und stetig, der Verkehr nur mäßig, also schalte ich auf Autopilot und lasse fahren. Erst bei der Waldgrenze beginnt es kühl zu werden.
Die Schneemaßen nahe der Passhöhe, die nach 3:40 h von Innsbruck erreicht ist, sind noch immer beeindruckend.Selbst der Blick von der Passhöhe nach Süden ins Passeiertal mutet noch etwas winterlich an.Auf der Abfahrt wird's empfindlich kühl, jede Serpentine bringt mich jedoch wieder der Wärme des Etschtales näher. Der Blick von Kalch auf den Gegenhang (links).
Von Sterzing über den Brenner zurück ins Wipptal ist der weniger attraktive Teil der Strecke, gehört aber zu solchen Touren auch dazu. Ab Matrei schließlich wirds auf der alten Römerstraße über Ellbögen wieder ruhiger und rennradgeeigneter.
Zu den Daten: 145 km, ca. 2700 Hm, ca. 6:50 Fahrzeit.
Was ich dabei hatte: 0,5 l Wasser, Ärmlinge, Beinlinge, Windjacke; Kamera
Freitag, 24. April 2009
Alpbach
Freitag Mittag, mein treuer Gefährte mit zwei Rädern lacht mich an; Das Wetter ist kühl, aber trocken: Los geht's! Erst mal warmfahren im Inntal, nach 30 km dann das deutliche Gefühl: Ich muss hinauf! Aber wohin? Bevor ich mich recht entschließen kann, bin ich in Brixlegg und da kommt mir der Abzweig ins Alpbachtal doch gelegen. An den Ort Alpbach kann ich mich von diversen Sommeraufenthalten noch ganz gut erinnern, die Straße dorthin ist jedoch im Dunkel des Gedächtnisses verschwunden. Eng und schattig ist das Tal, gut ausgebaut die Straße meist in Nähe des Talgrundes und so macht das Fahren Spaß.Schon ist das Dorf erreicht und der Tatendrang noch nicht vorbei, also folge ich dem Asphaltband weiter entlang der sonnigen Wiesenhänge. Immer steiler wird die schmale Straße, immer malerischer die Bauernhöfe an ihrer Seite. Auf gut 1200 m ist dann Schluss, der Schotter beginnt und das hat mein Rad nicht verdient.
Ein Blick zu den bekannten, noch tief verschneiten Gipfeln von Schatzberg, Galtenberg und Gratlspitze und zurück ins weit wärmere Inntal.
Zu den Daten: 104 km, 4:12 h Fahrzeit, 1175 Hm.
Dienstag, 14. April 2009
Mittenwald (Buchensattel-Möserer Sattel)
Für einen echten Tiroler ist jetzt eigentlich der Höhepunkt der Skisaison, aber ich habe schon anderes im Kopf. Den optimalen Tourenbedingungen zum Trotz will ich in Talnähe ein wenig spazierenfahren. Ist Innsbruck erst einmal durchquert, beginnt schon der Spaß auf der wenig befahrenen Inntalbundesstraße. Mit einem Rennradkollegen komme ich ins Plaudern und schon ist der Kreisverkehr in Telfs erreicht, die Wege trennen sich. Entlang des warmen, kiefernbewachsenen Südhanges steigt die Straße in wenigen Kehren auf den gut 1200 m hohen Buchensattel. Immer im Blick: die Hohe Munde (Photo). Die Leutasch empfängt mich mit kühlen Temperaturen und noch ziemlich geschlossener Schneedecke, also heißt es weitertreten und warm bleiben.Unten in Mittenwald wird's wieder angenehm, aber die dunklen Wolken verheißen nichts Gutes. Auf der Bundesstraße über Scharnitz in Richtung Seefeld ist viel Verkehr und wenig Ausweichmöglichkeit für Radler, ich bin daher froh, als ich Gießenbach erreiche und wieder in Richtung Neuleutasch, dann Seefeld abbiegen kann. Zurück geht's diesmal über den Möserer Sattel ins Inntal; Hier war ich eine Woche zuvor schon vom Inntal kommend aus Wettergründen umgekehrt. Heute habe ich ein bisschen mehr Glück, fast trocken komme ich wieder zu Hause an.
Zu den Daten: 120 km, ca. 5 h Fahrzeit, knapp 1400 Hm.
Mittwoch, 6. August 2008
Großglocknerstraße von Bad Reichenhall
Die Tage werden schon merklich kürzer, aber als ich mich vormittags um 10 Uhr endlich aufraffen kann, will ich wissen, was noch geht: Ziel ist das Hochtor der Glocknerstraße.
Die Strecke führt über Lofer, Saalfelden, Zell am See bis ich bei km 70 Bruck erreiche. Warmgefahren bin ich also, schnell noch die Trinkflasche füllen und los geht der Spaß. Nicht einmal die zahlreichen Motorradfahrer können mich heute stören, aber bald verliere ich den Überblick, wieviele Radler ich überhole. Auch an diesem Anstieg werde ich aufwärts nicht überholt, erst bei der Abfahrt ziehen wie üblich Scharen von mutigeren, weniger frierenden und besser steuernden Rennradlern an mir vorbei. Am Fuscher Törl werde ich kurz unsicher, ob nun das Hochtor oder die Edelweißspitze als Ziel ehrenwerter sind, entscheide mich als Pässefahrerin dann aber doch für das Hochtor.
Das drohende Gewitter und ungemütliche Temperaturen verkürzen den Aufenthalt am höchsten Punkt, und auch die Uhrzeit mahnt zu zügigem Weiterfahren. Auf der Abfahrt gilt mein Interesse hauptsächlich dem Thermometer, aber erst in Talnähe werden die Temperaturen wieder angenehmer. Schließlich passiere ich die Mautstelle und kurz darauf Bruck. Hunger macht sich bemerkbar, aber auf Proviant habe ich heute verzichtet, also müssen die letzten 70 km auch so gehen. Kurz nach Einbruck der Dunkelheit bin ich wieder am Ausgangspunkt der Fahrt, müde, hungrig, aber überaus zufrieden.
Zu den Daten: 210 km, ca. 2600 Hm, 9:21 Fahrzeit
Die Strecke führt über Lofer, Saalfelden, Zell am See bis ich bei km 70 Bruck erreiche. Warmgefahren bin ich also, schnell noch die Trinkflasche füllen und los geht der Spaß. Nicht einmal die zahlreichen Motorradfahrer können mich heute stören, aber bald verliere ich den Überblick, wieviele Radler ich überhole. Auch an diesem Anstieg werde ich aufwärts nicht überholt, erst bei der Abfahrt ziehen wie üblich Scharen von mutigeren, weniger frierenden und besser steuernden Rennradlern an mir vorbei. Am Fuscher Törl werde ich kurz unsicher, ob nun das Hochtor oder die Edelweißspitze als Ziel ehrenwerter sind, entscheide mich als Pässefahrerin dann aber doch für das Hochtor.
Das drohende Gewitter und ungemütliche Temperaturen verkürzen den Aufenthalt am höchsten Punkt, und auch die Uhrzeit mahnt zu zügigem Weiterfahren. Auf der Abfahrt gilt mein Interesse hauptsächlich dem Thermometer, aber erst in Talnähe werden die Temperaturen wieder angenehmer. Schließlich passiere ich die Mautstelle und kurz darauf Bruck. Hunger macht sich bemerkbar, aber auf Proviant habe ich heute verzichtet, also müssen die letzten 70 km auch so gehen. Kurz nach Einbruck der Dunkelheit bin ich wieder am Ausgangspunkt der Fahrt, müde, hungrig, aber überaus zufrieden.
Zu den Daten: 210 km, ca. 2600 Hm, 9:21 Fahrzeit
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