Samstag, 16. Januar 2010

Arztaler Kreuzspitze - auf Abwegen im Pulver

Die Straßen glatt, die Rolle langweilig - dabei brauche ich gar keine so guten Ausreden, um mich im Winter auf alternative Spielplätze zu begeben. Und weil oben immer besser ist als unten, suche ich mir einen Skitourengipfel mit netter Aussicht - die Arztaler Kreuzspitze.
Von obersten Ende Ellbögens führt die Route durch das Arztal, teils dem Forstweg, teils dem Sommerwanderweg folgend durch den meist ziemlich steinigen Wald, bis auf der Höhe der Waldgrenze in kurzen Abständen mehrere kleine Hütten und Almen erreicht werden. Ab hier wird das Gelände offener und für die Abfahrt lohnend. In einem weiten Bogen führt die Spur über mehrere kurze Hänge auf der orographisch linken Seite bis auf den Gratrücken, von dort noch mehrere hundert Hm bis zum Gipfel auf 2746m.
Die Aussicht von dort entschädigt reichlich für den eiskalten Föhn unterhalb des Gipfelhanges und wieder einmal drängt nur die Uhrzeit zur Abfahrt.

Sonntag, 29. November 2009

Gschnitz

Bislang dauert der vergleichsweise warme, niederschlagsarme Herbst an, welch ein Radlerglück!

Noch immer nicht habe ich alle Seitentäler des Wipptales mit dem Rennrad erkundet, also ist das Gschnitz heute mein Ziel. Was im Winter eine eindrucksvolle Kulisse zum Langlaufen bietet, ist auch zum Radfahren nicht minder geeignet, solange nicht Kilometerrekorde gebrochen werden sollen.

Nach der üblichen Anfahrt über die Brennerbundesstraße zweigt in Steinach die Straße ins Gschnitz ab. Gleich zu Beginn ist der Großteil der knapp 300 Hm zu überwinden, bevor es mit der Ortseinfahrt nach Trins wieder überwiegend flach bis zum Talschluss, dem Gasthof Feuerstein weitergeht. Hier beginnt das Fahrverbot, wenngleich die asphaltierte Straße noch ein Stück weiter Richtung Laponesalm führt.

Samstag, 7. November 2009

Achensee

Ein Herbsttag wie aus dem Bilderbuch verführt mich zur einer Ausfahrt zum Achensee. Tempo, Steiggeschwindigkeit und andere Zahlen sind um diese Jahreszeit ziemlich unwichtig geworden, die Kamera ist das bedeutendere Accessoire unterwegs. Vielfach bleibe ich am Straßenrand stehen, um Farben und Licht festzuhalten, etwa beim Blick von der Kanzelkehre ins Inntal (Photo).

Samstag, 31. Oktober 2009

Vals

Wie immer um diese Jahreszeit mehren sich nun die Gedanken, dass es sich jeweils um die letzte schöne Radtour des Herbstes handeln könnte. Der Schnee in der Höhe, das besondere Licht, die Kürze des Tageslichtes und natürlich die (meist einstelligen) Temperaturen verleihen dem Radeln nun einen eigenen Reiz.

Heute konnte ich mich lange zu keinem Ziel entschließen: Nicht zu steil und zu hoch, weil sonst die Abfahrt unerträglich kalt wird, aber auch nicht das flache Inntal sollte es sein, denn das wartet noch den ganzen Winter auf mich. Also kurbele ich mich auf der alten Römerstraße nach Matrei warm und fahre weiter in Richtung Brenner, immer noch ohne konkretes Ziel. In Stafflach sticht mir dann der Abzweig ins Vals in die Augen. Schon seit Jahren war ich nicht mehr dort, mit dem Rennrad gar nie. Kurzerhand biege ich nach links ab und erreiche nach der kurzen Steigung das fast flache Hochtal. Auf gut 1300 m Höhe endet die Straße an der Touristenrast (Photo). Zeit und Temperatur mahnen bald zur Rückkehr.

Sonntag, 20. September 2009

Gesäuse und Salzatal

Vom Campingplatz am Putterer See starte ich am Morgen bei noch kühlen Temperaturen zur zweiten Etappe der Österreichreise.
Der Enns abwärts folgend passiere ich Admont und kurz darauf folgt die Bundesstraße der beeindruckenden Schlucht durch das Gesäuse. Teilweise werden Radler auf der alten Straße um die Tunnels herumgeleitet und bekommen damit noch spektakulärere Tiefblicke auf den Bach.
Kurz hinter Hieflau beginnt die große Verwirrung: Um die mit furchterregenden 23% Steigung in der Karte angeführte direkte Strecke ins Salzatal zu umfahren, will ich den Umweg über Großreifling nehmen. Versehentlich fahre ich doch die erste Variante; Die kurze Rampe jedoch muss ein Flachländer geschätzt haben, da sie keinerlei Probleme für ein Rennrad bietet...
Das schon deutlich herbstliche Salzatal ist ein Genuss zum Radeln und nur die Müdigkeit lässt mich zunehmend auf den Kilometerzähler blicken. Nach etwa 125 km beende ich in Gußwerk die Etappe und steige für den Rest des Weges über den Simmering nach Wien, in das Begleitfahrzeug.

Samstag, 19. September 2009

Zell am Ziller - Schladming

Eine Tagung in Wien bietet den Anlass, die vorhergehenden beiden Tage zur Anreise mit dem Rad zu nutzen. Dank Begleitfahrzeug habe ich die Möglichkeit, die attraktivsten Abschnitte auszuwählen und eine interessante Route zu wählen. In Zell im Zillertal starte ich am Fuß des Gerlospasses, der den Tourentag gemütlich und anspruchsvoll zugleich einläutet (Photo). Schon bald nach der Abfahrt vorbei an dem Krimmler Wasserfällen treffe ich bei Neukirchen auf einen Rennradkollegen, der an meinem Hinterrad klebend mich wider Willen antreibt. Als sich die Wege nach Mittersill getrennt haben, merke ich, dass ich etwas übertrieben habe und rolle die bereits von früheren Touren mit dem Reiserad bekannte Strecke bis Zell am See betont gemütlich. Vorbei an Bruck und in Gedanken an die Glocknerradtour der vorigen Jahres folge ich der schnellstraßenähnlich ausgebauten Pinzgauer Bundssraße bis St. Johann. Hier beginnt der zweite, aber harmlose Anstieg nach Wagrain, um in Ennstal zu gelangen. Erstmals lässt mich das GPS im Stich, das mich sonst bei jeder Kreuzung des richtigen Weges versichert hat, aber bald ist der richtige Kurs wiedergefunden und schließlich erreiche ich, fast auf die Minute genau, den vereinbarten Treffpunkt in Schladming.

Zu den Daten: 173 km, 2000 Hm, knapp 7 Std. Fahrzeit.

Donnerstag, 17. September 2009

Torri del Benaco - Monte Baldo

Vom Ufer des Gardasees, genauer gesagt an der Punta San Vigilio, starte ich am letzten Tag der Kurzreise endlich bei Sonnenschein zu der geplanten Tour über die Höhenstraße des Monte Baldo. Die wenigen Kilometer bis Torri del Benaco reichen zwar nicht zum Warmfahren, aber das erledigt die von dort steil ansteigende Straße in Richtung Albinsano schon nach wenigen Serpentinen. Bald werde ich von einem Italiener begleitet; leider verstehe ich sein Italienisch und er mein Spanisch nicht, so dass die Konversation nicht nur dem Tempo zum Opfer fällt. In San Zeno trennen sich die Wege, ich fahre über Lumini wieder hinunter nach Caprino Veronese, um von dort den Anstieg nach Ferrara di Monte Baldo in Angriff zu nehmen. Auf überwiegend einsamen und gut instandgehaltenen Straßen erreiche ich diesen letzten Ort, bevor die Straße nur noch über Almwiesen und später durch Waldgebiet führt. Eine kurze Rampe, die mit 19% Steigung angekündigt wird, ist bald bewältigt; nun beginnt der schönste Teil der Strecke, an dem sich die Straße fast höhenparallel am steilen Osthang des Monte Baldo entlan gschlängelt und immer wieder eindrucksvolle Tiefblicke gewährt.
Wenige Kilometer vor dem höchsten Punkt, Standort des Refugio Graziani unterhalb des M. Altissimo (im Hintergrund des Photos zu sehen) tangiert die Straße die Kammlinie des Höhenzuges, so dass der Blick nach Westen hinunter auf den Gardasee frei wird.